Das Zentrum Troisdorfs muss umfassend gestärkt werden

Zum wiederholten Mal lud die SPD Troisdorf im Rahmen einer Mitgliederversammlung die Öffentlichkeit ein, sich aus erster Hand über die Planungen zur Innenstadt zu informieren. In der Mensa der Realschule Heimbachstraße erläuterte der Leiter des Planungsamtes der Stadt Troisdorf, Claus Chrispeels, das „Integrierten Handlungskonzept Innenstadt“ der Stadtverwaltung und berichtete über den Stand der Umsetzung. Der planungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Harald Schliekert, legte die Haltung der SPD-Ratsfraktion zu diesem Konzept dar.

Claus Chrispeels berichtete, dass der Anstoß zu dem vorgelegten Konzept gewesen sei, eine sachliche Grundlage für städtebauliche Förderungen durch das Land NRW zu schaffen. Insgesamt seien über 100 kleine und große Maßnahmen aufgelistet worden, wobei in einem konkreten Förderantrag prioritär solche Maßnahmen benannt worden seien, die unmittelbar oder mittelbar dem Neubau von Einkaufszentrum am Wilhelm-Hamacher-Platz und Stradthalel gegenüber dem Rathaus zuzuordnen seien. Bei einer Investitionssumme von über 10 Mio Euro erhoffe sich die Stadt eine Förderung von etwa 7 Mio Euro.

Harald Schliekert legte für die SPD dar, dass man froh sei, über ein derartiges Konzept zu verfügen. Einen Plan zur Entwicklung der Troisdorfer Innenstadt habe die SPD-Fraktion schon lange gefordert. Ein erster umfassender Antrag sei schon 2005 in den Rat eingebracht worden. Deshalb sei die SPD froh, dass mit dem Konzept nunmehr ein solcher Plan vorliegt, der zutreffend die Maßnahmen für die Innenstadt beschreibt, die in den nächsten 10 Jahren angepackt werden müssen.

Klar ist nach den Worten von Harald Schliekert, das nicht alle vorgestellten Maßnahmen sofort umgesetzt werden könnten. Bedauerlich aus Sicht der SPD ist allerdings, dass von Seiten der Ratsmehrheit fast ausschließlich Maßnahmen, die direkt oder indirekt mit den Neubauten von Einkaufszentrum oder Stadthalle zusammenhängen, in die oberste Priorität genommen wurden. Das werde den Problemen der Innenstadt nicht gerecht.

Deshalb hat die SPD im Rat beantragt, in einem ersten Schritt zwei „kleine“ Maßnahmen, die keine Priorität aber hohe Bedeutung für den Kern der Innenstadt haben, in der Weise vorzuziehen, dass schon in 2013 (und nicht erst nach 2020) planerische Überlegungen zur Verbesserung der Situation angestellt werden:
Erstens die Entwicklung der Alten Poststraße mit eigenem Profil und zweitens Neuordnung und gestalterische Aufwertung des Pfarrer-Kenntemich-Platzes in Verbindung mit der Entwicklung der Hippolytusstraße.

Begründung für ihre Haltung ist für die Sozialdemokraten im Fall der Alten Poststraße, dass zwar im nächsten Jahr das Pflaster erneuert werden soll, aber planerische Überlegungen wie man die Angebotsstruktur der Straße mit seiner unmittelbaren Verbindung zum neuen Einkaufszentrum verbessern könnte, werden nicht unternommen.
Im Fall des schon jetzt nicht schönen Pfarrer-Kenntemich-Platz droht nach dem Wegzug von Arztpraxen in das neue Medicenter ein Schicksal als trostloser Parkplatzes bei Verlust von Aufenthalts- und Wohnqualität für die Anwohner. Hier gilt es attraktive Neu-Nutzungen zu entwickeln und den Platz städtebauliche zu entwickeln.

Die Hippolytusstraße mit ihren „Nebenstraßen“ bedarf dringend einer Verbesserung ihres Straßen- und damit des Stadtbildes. Eine gleichzeitige Funktionsverbesserung käme den zukünftigen Bewohnern des Alten- und Pflegeheimes, das nach Abriss des Canisiushauses entstehen soll, zu Gute. Mit einer gleichzeitigen Neugestaltung des Kirchvorplatzes würde ein repräsentativer Eingangsbereich für ein aufgewertetes Quartier geschaffen. Von Seiten der Ratsmehrheit wurden die beiden Anträge abgelehnt.

In einer lebhaften Diskussion ließen sich anschließend Mitglieder der SPD und Bürgerinnen und Bürger über Details der Planungen und ihre möglichen Auswirkungen informieren. Jürgen Weller, Vorsitzender der SPD in Troisdorf, versprach abschließend, dass die Sozialdemokraten auch weiterhin umfassend und aktuell über die Entwicklung in der Innenstadt informieren würden und forderte auf, sich durch Anregungen an der Diskussion um die Zukunft der Innenstadt zu beteiligen.