Troisdorfer Unternehmen ausgebootet um kurzfristig ein paar Euro zu sparen

Metin Bozkurt
Metin Bozkurt, stellv. Vorsitzender der SPD Troisdorf

Gegen jede Vernunft und die Stimmen der SPD beschloss die Ratsmehrheit aus Schwarz-Grün den neuen Vertrag zur Sicherung der Asylbewerberunterkünfte in Troisdorf an einen unseriösen Anbieter zu vergeben. Dieser ist laut Verdi bekannt dafür oftmals Tarifverträge zu unterlaufen, indem er Zuschläge oder auch Stundenlöhne zu wenig abgerechnet werden.
Mitarbeiter berichten von einem Betriebsklima der Angst und von einem erheblichen Kostendruck im Unternehmen. Glaubt man Experten, haben solche Vorfälle strukturelle Gründe. Wegen der hohen Nachfrage nach Wachdiensten strömten massenhaft Unqualifizierte in die Firmen. Dort werden sie nicht gut bezahlt, so beträgt der gängige Tariflohn in NRW 9,70 Euro- oft auch nachts und am Wochenende- Verstöße gegen die Arbeitszeitordnung sollen an der Tagesordnung sein. Obwohl der Job anspruchsvoll ist, rekrutiert die Branche Unqualifizierte im Eilverfahren.
Skandalmeldungen der Branche scheinen das auch zu belegen. Anfang März zettelten in Berlin Wachmänner eine Schlägerei an, bei der auch der Heimleiter verletzt wurde. Mitte Februar sollen Wachleute in Köln Bewohnerinnen belästigt haben. Ende Januar warfen Mitarbeiter einer Security-Firma in Villingen-Schwenningen eine Handgranate auf das Heim(zum Glück zündete sie nicht).
Wenig beruhigend ist in diesem Zusammenhang der Einwand der Verwaltung vor Ort öfter zu kontrollieren. „Im Wegschauen hat man in Troisdorf große Erfahrung“, so der stellvertretender SPD Vorsitzender Metin Bozkurt; „ die jahrelangen Probleme an der Unterkunft Niederkasseler Straße sind ein Beispiel dafür! Erst unser beherztes Eingreifen konnte die Verwaltung zum Handeln zwingen.“
Besonders verärgert ist Bozkurt darüber, dass für ein paar Euro Ersparnis seriöse Troisdorfer Anbieter ignoriert werden. Hier wird Haushaltskonsolidierung auf Kosten von Beschäftigten und Schutzsuchenden betrieben, so Bozkurt weiter