Troisdorf braucht mehr bezahlbares Bauland

Harald Schliekert, SPD Fraktionsvorsitzender, weist Vorwürfe zurück.

SPD Troisdorf wehrt sich gegen Unterstellung, dass sie behindere.

Auch wenn die CDU es in der vergangenen Sitzung des Kreisausschusses oder vor Ort bei den aktuellen Beratungen geplanter Baugebiete immer wieder behauptet, wird die Aussage nicht wahrer, dass die SPD Troisdorf die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum verhindere. Sie hat sich allerdings in der Vergangenheit – und das wird sie auch in Zukunft tun – stets dagegen ausgesprochen, Baugebiete an Stellen auszuweisen, die in gesundheitsgefährdend der Nähe zu Hochspannungsleitungen liegen, in denen unbestreitbarer Autobahnlärm verbindlich passiven Lärmschutz notwendig macht oder die verkehrliche Erschließung über völlig ungeeignete enge Straßen erfolgen soll.

Schon in den Beratungen des Flächennutzungsplanes hatte die SPD auf diese Mängel hingewiesen und alternative Ausweisungen gefordert. Aber zu verlockend war für die Ratsmehrheit wohl die Aussicht, entsprechend belastete Flächen, die sich im Eigentum einer wirtschaftlichen Tochter der Stadt befinden, an den Markt zu bringen.
Dabei sorgt die Ratsmehrheit noch nicht einmal dafür, dass tatsächlich bezahlbarer Wohnraum entsteht. Wegen seiner Knappheit, steigt der Preis von Bauland als immer wichtiger werdenden Faktor im Rahmen der Baukosten stetig an. Und die Ratsmehrheit mischt tüchtig mit. Baugrundstücke werden versteigert und im Zuge dieses Verfahrens erhöht sich der von der Stadt selber festgestellte Preisentwurf um fast 100 %. Konstruktive Vorschläge der SPD, wie man beispielsweise im Rahmen strategisch angelegter Flächenbewirtschaftung die Preise im Sinne von „Normalverdienern“ niedrig halten kann, werden weggewischt. Anträge, in größeren Baugebieten eine verbindliche Quote von gefördertem Wohnraum einzuführen, werden abgelehnt.
Das Ziel der Übung, Sozialdemokraten Behinderung vorzuwerfen ist klar: Ablenken von den Fehlern der Vergangenheit und von dem Umstand, dass man angemessenen und bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit kleinerem und mittlerem Einkommen gar nicht zur Verfügung stellen will.
Angesichts eines immer stärker und immer schneller steigenden Bedarfs an zusätzlichen Wohnungen – sei es im Neubau oder in der Ertüchtigung bestehender Wohngebiete – auf knappen Flächen in zentralen Lagen, sind Menschen bereit, auch Wohnungen an Stellen zu akzeptieren, wo man mit Fug und Recht die Frage nach der künftigen Lebensqualität stellen muss. Sozialdemokraten werden sich jedenfalls auch weiter nicht daran beteiligen, diese Not der Menschen auszunutzen.