Verwirrende Nachrichten zur Industriebahn der RSVG

SPD befürchtet dreistes Täuschungsmanöver bei der CDU 

Für die Sozialdemokraten in Troisdorf war und ist klar, dass die Industriebahn der RSVG verkehrspolitische Realität ist, aber gleichzeitig kämpfen wir darum, dass die negativen Auswirkungen auf die Bürgerinnen und Bürger so gering wie möglich sind und bleiben.

Deshalb überraschen aus Sicht der Troisdorfer SPD-Fraktion die neuesten Meldungen zum Thema „Rhabarberschlitten“. Wollte die CDU in einem schon vorher groß angekündigten Grundsatzantrag an den Rat der Stadt zum Thema noch „die RSVG bitten, auf alle weiteren Investitionen entlang der Bahnlinie und dem Troisdorfer Stadtgebiet zu verzichten“, so scheint das Land jetzt ganz entgegengesetzte Realitäten schaffen zu wollen.

Denn im schroffem Gegensatz dazu verkündeten jetzt NRW-Verkehrsminister Wüst (CDU) und der RSVG-Aufsichtsratsvorsitzende Kitz (CDU), dass die RSVG mit Bundes- und Landesförderung sowie einem Eigenanteil mit der Komplettsanierung ihrer Schienenstrecke von Troisdorf nach Lülsdorf beginnen wird. Dabei geht es nicht nur um den derzeitigen industriellen Verkehr, sondern um viel mehr: „Mit dem Förderbescheid lösen wir den Investitionsstau auf den Strecken der nicht bundeseigenen Eisenbahnen auf“, so Verkehrsminister Wüst zu dem Ziel: „Mehr Güter von der Straße auf die Schiene.“

So richtig dieser allgemeine verkehrspolitische Ansatz ist, so sehr ist aus Sicht der SPD klar, dass jedweder zusätzliche Verkehr auf der RSVG Trasse nicht akzeptable verkehrliche Belastungen für die Ortsteile Bergheim, Müllekoven, Eschmar, Siegler sowie Spich und deren Trassen-Anlieger mit sich bringen würde.

Für Landrat Schuster (CDU) scheint die Sache klar: „Wenn man bedenkt, dass noch 80 ha Freifläche auf dem Areal von Evonik auf neue industrielle Bebauung warten ist die Sanierung der Bahnstrecke sehr sinnvoll.“

Troisdorfs SPD-Fraktionschef Harald Schliekert sieht ein zusätzliches Problem darin, dass die Finanzierung „der für uns absolut vorrangigen Direktanbindung des Industriestandorts Lülsdorf ans DB-Netz in Höhe Porz-Wahn in weite Ferne rückt, sobald nun Hunderttausende von Euro in die angeblich aufzugebende Bestandsstrecke investiert werden“. Entweder sei die Troisdorfer CDU durch die Aktion der Landesregierung mit dem Rhein-Sieg-Kreis und der Stadt Niederkassel völlig überrumpelt und ignoriert worden. Oder die Troisdorfer CDU versucht mit bunten Luftschlössern wie dem tollen Radschnellweg auf dem bisherigen Gleis von den bedrohlichen Fakten abzulenken.