Prüfer decken Millionen-Verschwendung in Troisdorf auf

Spät kommt die Wahrheit ans Licht. So liest sich erst im Prüfungsbericht 2018 ein Skandal mit 30 Jahren Laufzeit, der 2011 seinen Anfang nahm.

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Als die CDU entschied, ohne Rücksicht auf die Kosten eine neue Stadthalle zu bauen und zur Kommunalwahl 2014 zu eröffnen, spielte die Verlegung des Kindergartens im ehemaligen Dynamit-Nobel-Kasino eine große Rolle – er stand der geplanten Stadthalle mit Festplatz im Weg.

Ein Neubau musste her, dessen Kosten von ca. 2,8 Millionen Euro spielten schon zu Beginn keine Rolle. Aber wenn die Stadt baut, dann könnte es dauern. Aber da dachte irgendwer im Rathaus: Warum stattdessen nicht einen Investor glücklich machen, der blitzschnell für die Stadt baut, und diese mietet den Bau dann brav für 30 Jahre an.

SPD verweigert Bürgermeister die Entlastung

Dem Stadtrat enthielt man die notwendigen Informationen vor. Insbesondere einen wirtschaftlichen Vergleich zwischen Eigenbau oder Investorenmodell. Erst jetzt anno 2018 schrieben die Rechnungsprüfer dem damaligen und heutigen Bürgermeister Jablonski (CDU) ins Stammbuch, dass statt sofortiger 2,8 Millionen am Ende der 30 Mietjahre 6,6 Millionen Euro fällig sind. Ach ja, die Stadt könnte schon 2032 oder 2037 ohne Angabe von Gründen kündigen. Nur müsste sie laut Vertrag dann eine millionenschwere Abfindung an den Investor auf den Tisch legen.

Den ebenso brisanten wie geheimen Prüfungsbericht machte die SPD jetzt öffentlich, da er gar keine schutzwürdigen Daten oder Namen enthielt. „Das muss Troisdorf wissen“, betont Fraktionschef Harald Schliekert.

In der Tat nehmen die neutralen Prüfer den Stadtrat in Schutz. Man habe ihm eine sachgerechte Entscheidungsgrundlage vorenthalten. Und kein geringerer als Bürgermeister Jablonski (CDU) ist für die Vorlagen verantwortlich. Am Ende mit 135 % Mietkostenzuschlag zulasten der Troisdorfer Steuerzahler.