Arbeitskreis Soziale Gerechtigkeit

Hier finden sich Neuigkeiten aus dem Arbeitskreis Soziale Gerechtigkeit innerhalb der SPD-Fraktion Troisdorf.

Bei ihrem aktuellen Treffen haben die Mitglieder des Arbeitskreises Soziale Gerechtigkeit innerhalb der SPD-Fraktion die vom Land NRW statistisch erfassten Ergebnisse der örtlichen Pflegeplanung für Troisdorf sowie die Umsetzung der möglichen Maßnahmen erörtert und diskutiert.

Die Bevölkerungsstruktur ändert sich in den nächsten 20 Jahren deutlich. Statistische Auswertungen von 2017 zeigen im Vergleich zur Prognose für 2040 eine erhebliche Steigerung in der Altersgruppe der 65- bis 80-Jährigen (+5.000) und der über 80-Jährigen (+3.500).

Aktuell sind 2.970 Menschen in Troisdorf pflegebedürftig, für 2040 prognostiziert man eine 60-prozentige Steigerung. 4.740 Pflegebedürftige beanspruchen dann Pflegegeld (sie werden zu Hause privat versorgt), ambulante Pflegedienstleistungen oder bewohnen stationäre Einrichtungen.

                                                          2017                                2040

Bezieher von Pflegegeld                  1.718                                  2.215

Bezieher amb. Pflegeleistungen     591                                      1.124

Bewohner in stat. Einrichtungen    648 (Plätze 612)  1.404 (Plätze -780)

Zurzeit gibt es in Troisdorf sieben ambulante Pflegedienste (Versorgung von ca. 600 Pflegebedürftigen) und sieben stationäre Einrichtungen mit 612 Plätzen. Da sich bis 2040 laut Prognose, die Anzahl der Menschen die Pflege benötigen verdoppeln wird, müssen die Versorgungsstrukturen zwingend erweitert und auch geändert werden.

Die Grundlage der kommunalen Pflegeplanung lautet „ambulant vor stationär“. „Es müssen also Strukturen geschaffen werden, die den älteren Menschen die Möglichkeit geben, so lange wie möglich im eigenen Zuhause wohnen bleiben zu können“, sagt Metin Bozkurt, Sprecher des Arbeitskreises Soziale Gerechtigkeit. „Dazu müssen flächendeckend ausreichend barrierefreie Wohnungen, Quartiershäuser, Mehrgenerationenprojekte und Seniorenwohnungen – angegliedert an stationäre Pflegeeinrichtungen – eingerichtet werden.“

Damit es älteren Menschen ermöglicht werden kann, solange in der eigenen Wohnung, im eigenen Stadtteil leben zu können, bedarf es eines kommunalen Netzwerks an Freizeitangeboten, professionellen und auch ehrenamtlichen Beratungs- und Betreuungsangeboten, haushaltsnahen Dienstleistungen und gesundheitlicher Versorgung.

Dazu sind zentrale Zentren in den Stadtteilen von Vorteil. Hier kann generationsübergreifende soziale Arbeit geleistet werden. Ein Netzwerk von Nachbarschaftshilfe, Organisationen der Selbsthilfe, Anbieter von haushaltsnahen Dienstleistungen, ambulanten Pflegediensten, Pflegeberatung, Seniorenbeirat, Wohlfahrtsverbänden, Kirchengemeinden und Vereinen verbindet unter einem Dach und übernimmt zusammen mit der Stadt Troisdorf die Aufgaben der gemeinwesensorientierten Altenarbeit.

Aufgaben der gemeinwesensorientierte Altenarbeit

• Entwicklung von bedarfsgerechten Dienstleistungen und Angeboten sowie wohnortnaher Begleitung und Beratung

(soziale Treffs, Hilfsangebote und Beratung)

• Aufbau lokaler Kooperationen unterschiedlicher Akteure

(Stadt Troisdorf, AWO, Diakonie, Initiativen, Kirchengemeinden und Vereine, amb. Pflegedienste …)

• Aufbau eines wertschätzenden gesellschaftlichen Umfelds

(professionelle Ausstattung von Profis und Ehrenamtlichen)

• Förderung von gemeinwohlorientiertem Denken und Handeln der Bürger*innen

(Rahmenbedingungen für Begegnung, Kontakte und Austausch im Stadtteil)

• Aufbau und Gestaltung einer generationengerechten räumlichen Infrastruktur und bedarfsgerechter Wohnangebote

(möglichst lange selbstbestimmt und integriert im vertrauten Stadtteil leben) Stadtplanung und -entwicklung ist inklusiv, integrativ und barrierefrei zu gestalten.

„Es gibt in Troisdorf einen eklatanten Mangel. Dabei sind das alles keine Zukunftsvisionen – in einigen Städten wird schon nach dem Prinzip der gemeinwesensorientierten Altenarbeit gearbeitet“, berichtet Bozkurt. „Wenn wir auf die fundierten und zukunftsweisenden Prognosen der Pflegeplanung des Kreises hören, müssen auf jeden Fall neue Wege gegangen werden.“

Newsletter AK Soziale Gerechtigkeit vom 22.01.2021