Ausschuss für Mobilität und Bauwesen

Hier finden sich alle Neuigkeiten aus dem Ausschuss für Mobilität und Bauwesen.

(Neuigkeiten vom 23.09.2021)

Wichtigstes Thema in den Beratungen des Ausschusses für Mobilität und Bauwesen war die Präsentation der Erhebung der LKW-Verkehre im Stadtgebiet, insbesondere in Spich. „Die CDU hatte Rot-Grün wegen der Unterschutzstellung eines weiteren Spicher Sees verurteilt, weil damit der früher angedachte Bau einer Umgehung zwischen dem neuen Kreisel an der Belgischen Allee und dem Gewerbegebiet nahe „Toom“ unmöglich gemacht werde. Diese sei aber die Voraussetzung für die Entlastung des Spicher Ortskern vom gewerblichen Durchgangsverkehr. Die Analysen belegen allerdings dass kaum Schwerlastverkehr über die Bundesstraße durch den Ort fährt“, berichtet Achim Tüttenberg, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.

Es wurde gezeigt, dass aus Richtung Autobahnabfahrt Porz-Lind zwar eine sehr große Menge an LKWs nach Spich fährt. Rund 75 % davon fahren allerdings auf der B8 ab dem neuen Kreisverkehr an der Belgischen Allee nicht weiter geradeaus in den Ort hinein. Die meisten werden nach links in den weitläufigen Gewerbebereich fahren, weniger auch nach rechts. Von den 25 %, die auf der B8 verbleiben, biegen 7 % an der Lülsdorfer Straße rechts ab und nochmals rund 7 % an der Bonner Straße. Der dann noch verbleibende Teil sei für eine Bundesstraße im absoluten Normalbereich und habe mit einer besonderen Belastung nichts zu tun.

Natürlich sind die zunächst 25 % an LKWs ab Ortsanfang eine Belastung. „Die Dimension muss aber der gewaltigen bautechnischen und finanziellen Dimension einer möglichen Umgehung zwischen den Seen gegenübergestellt werden. Hier sprechen wir über einen zweistelligen Millionenbetrag und um sehr viele Jahre Planung und Bau angesichts der statischen Herausforderungen und natürlich auch möglicher Umweltklagen“, sagt Tüttenberg.

Im nächsten Schritt diskutieren die Fraktionen intensiv über die Ergebnisse.

Bei der anstehenden Ausschreibung der Planungsleistungen für die neue Mehrzweckhalle Altenrath wurden zunächst von der CDU-Opposition „Taschenspielertricks“ in der Verwaltungsvorlage kritisiert. Nach einigen Wortmeldungen von SPD, Grünen und Verwaltung musste CDU allerdings einsehen, dass es wie von Verwaltung und Rot-Grün vorgeschlagen sinnvoll ist, eine Variante mit mehreren Optionen auszuschreiben, damit am Ende auch die vernünftigste Variante ausgewählt werden kann.

Erfreulich ist der Fortschritt der Rad- und Fußwegeplanungen im Stadtteil Rotter See zwischen dem Schulzentrum und dem Ortskern. Hier kommen wirkliche Verbesserungen, die nur noch durch die neue Rad-Fuß-Siegbrücke getoppt werden. Auch beim sechsspurigen Ausbau der A 59 über die Sieg sollen dort beidseitig Radwege gebaut und an die vorhandenen Netze angebunden werden.

Ärgerlich dagegen ist der Konflikt zwischen Naturschutz und Radwegeförderung im Bereich des Landschaftsplans Wahner Heide. „Hier schaffen wir es kaum, Waldwege halbwegs vernünftig auf einer Breite zu befestigen, die einen Rad-Begegnungsverkehr ermöglichen“, sagt Tüttenberg. Hier sollen zunächst Gespräche mit den sachkundigen Organisationen von ADFC und BUND geführt werden.


(Neuigkeiten vom 17.06.2021)

In der Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Bauwesen stellte der ADFC sein sehr detailliertes Konzept für eine durchgehende  Radpendler-Route von Hennef über Siegburg durch Troisdorf bis Porz vor. Dieses wird nach den Sommerferien mit Plänen der Verwaltung verglichen und vom Ausschuss sehr positiv begleitet.

Verschiedene Verbesserungen konnten einstimmig erzielt werden. So wird die Einbahnstraße der Kochenholzstraße in Spich für Radfahrer in beide Richtungen geöffnet und die Uferstraße entlang der Sieg (entlang der Mannstaedt-Mauer) beleuchtet.

Bei der Sanierungsplanung des Bürgerhauses Spich wurden nahezu alle Anregungen der Spicher Vereine berücksichtigt. Nach vielen Jahren der Verschleppung durch die CDU wird die „gute Stube“ des zweitgrößten Stadtteils nun grundlegend angepackt und für die nächsten Jahrzehnte fit gemacht.


(Neuigkeiten vom 20.05.2021)

Im Rahmen des Klimaschutzteilkonzepts „Klimafreundliche Mobilität“ wurden Konzept und Standorte der geplanten 10 Mobilstationen für Troisdorf vorgestellt. Beginnend mit den Standorten Bahnhof Troisdorf, Bahnhof Spich und Ursulaplatz sollen Schritt für Schritt weitere Stadtteile ausgestattet werden. Mobilstationen bieten niederschwellige Umstiegsmöglichkeiten zwischen Bahn, Bus, Fahrrad und Carsharing. Darüber hinaus sollen Fahrrad-Servicestationen angegliedert sowie an weiteren dezentralen Standorten errichtet werden.

Kreisverwaltung und RSVG stellten ihre Planungen für öffentlichen Nahverkehr vor. Die rechtsrheinische RSVG experimentiert mit vollelektrischen Bussen, während der linksrheinische Verbundpartner RVK mit Wasserstoffbussen experimentiert. Neben einem verdichteten Linienangebot wurden die technischen Voraussetzungen (inkl. App) für kleinere flexible Anforderungssysteme (Taxibus) geschaffen. „Hier wollen wir als SPD-Fraktion Troisdorf einen Modellversuch für mehrere Stadtteile mit ausgedehnten Wohngebieten und demografischen Herausforderungen, wie beispielsweise Senioren bestellen gemeinsam den Taxibus für koordinierte Fahrten zum Einkaufen, Ärzten oder Begegnungsstätten“, sagt Achim Tüttenberg, SPD-Ausschusssprecher.

Für Troisdorf-Mitte wurde ein Verkehrsentwicklungskonzept auf den Weg gebracht, das zahlreiche Aufgaben einer Lösung näherbringen soll: Einbahnregelung Obere Kölner Straße/Cecilienstraße/Kronenstraße; Einbindung neues Bau- und Gewerbegebiet oberhalb Carl-Diem-Straße (ehemals Orica/Dynamit Nobel); Verkehrslenkung durch ÖPNV-Subventionierung, Parkgebühren, Umstiegsanreize usw.; Ausweisung von Fahrradstraßen. Die Verwaltung entwickelt ein Verkehrsmodell, mit dem Varianten und deren Auswirkungen simuliert werden können.

Weil die Stadt vor dem Planfeststellungsbeschluss der EL 332 im Jahre 2008 nicht aufgepasst hat, wird in den kommenden Jahren die Rad-Fußwegebeziehung entlang der Spicher Straße durch die Tieferlegung der EL 332 gekappt. Nun gilt es, Alternativen zu planen.

Dagegen wird im Zuge des Neubaus des Schulzentrums Sieglar eine fahrrad- und fußgängerfreundliche Verbindung zwischen Sieglar und dem Zentrum des Stadtteils Rotter See entstehen.


(Neuigkeiten vom 04.02.2021)

Die Tagesordnung war zwar mit insgesamt 52 TOPs prall gefüllt, allerdings wurden zahlreiche sehr lokale Anträge aus den Stadtteilen mit Ortsausschüssen zunächst zur Mitberatung in diese verwiesen.

Auffallend – nicht nur in dieser Sitzung – war wiederum das Streben der CDU nach Übernahme roter und grüner Themen – so gut wie keines der Themen von SPD und Grünen wurde ernsthaft in Frage gestellt. So will die CDU nach 21 Jahren Vorherrschaft plötzlich ein integriertes Verkehrsplanungskonzept und einige andere Vorhaben, die ohnehin im Kooperationspapier von SPD und Grünen stehen. Beschlossen wurde unter Einbeziehung auch der vorliegenden Anträge der anderen Fraktionen ein „Mobilitätskonzept der Stadt Troisdorf 2035“, also keine aktualisierende Fortschreibung des bisherigen Verkehrsentwicklungsplans, sondern ein konzeptionell grundlegend neuer strategischer Ansatz, den die CDU nie hatte.

Obwohl die Verwaltung bis in die Sitzung hinein die um mehr als 60 % verteuerte Sanierungsplanung der mehr als 60 Jahre alten Altenrather Mehrzweckhalle verteidigte, machten einige Parteien plötzlich eine 180-Grad-Kehrtwende und schlossen sich dem langjährigen Anliegen der SPD an, eine neue Halle zu bauen und das Grundstück der bisherigen, inklusive Parkplatz, für seniorengerechtes Wohnen zu nutzen.

Ein sehr großes Ärgernis ist dagegen der Wiederaufbau des stark frequentierten Rad-Fußgänger-Steges über den Sieg-Altarm „Oberste Fahr“ in Bergheim. Dieser Steg führt über ein Wehr, mit dem die Fischereibruderschaft den Wasserstand in dem Altarm reguliert, der ansonsten in trockenen Sommern völlig entfallen würde. Die Verwaltung hatte vor 12 Jahren vergessen, die wasserrechtliche Genehmigung zu erneuern. Eine baurechtliche Genehmigung wurde nie eingeholt. Und dann hat sie den Holzsteg auch noch vergammeln lassen, so dass er nicht mehr reparierbar ist. Für den Wiederaufbau muss jetzt eine neue Genehmigung beantragt werden, die der BUND in dem Naturschutz- und FFH-Gebiet für juristisch angreifbar hält. Der Landrat hält die Wasserregulierung für überflüssig. Die Fischereibruderschaft betont, dadurch bedrohte Fischarten und bedrohte Vogelarten zu schützen, die wiederum auf die Fische angewiesen sind – Aussage gegen Aussage. Auf jeden Fall könnte es teuer werden. Der neue Steg kostet 60.000 Euro. Und ökologische Ersatzmaßnahmen würden weitere Mittel erfordern.

Auf Rückfrage, ob es denn wenigstens für den ebenfalls schadhaften Steg über den zweiten Wehr am Altarm Discholls ein Instandhaltungsmanagement gibt, konnte bejaht werden.