Familien entlasten

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„Die SPD-Fraktion vertritt die Auffassung, dass Kita und Trogata als Teil des Bildungsangebotes gebühren- und beitragsfrei sein sollten. Für eine auskömmliche Finanzierung sehen wir zwar das Land in der Verantwortung. Jedoch möchte die SPD-Fraktion Troisdorf bereits auf kommunaler Ebene weitere Schritte gehen, um insbesondere Familien mit kleineren und mittleren Einkommen zu entlasten“, sagt Harald Schliekert, SPD-Fraktionsvorsitzender.

Deshalb hatte die SPD-Fraktion einen Prüfantrag an den Bürgermeister gestellt, wie sich eine Anhebung der Beitragsfreigrenze auf die Einnahmen der Stadt auswirken würde. Ziel ist die finanzielle Entlastung von Familien mit niedrigen bis mittleren Einkommen. So sollen Eltern mit einem Jahresbruttoeinkommen bis 37.000 Euro (statt bisher bis 20.000 Euro) keine Gebühren mehr zahlen für Kita, Trogata und Kindertagespflege.

Kitabeiträge in unteren Beitragsstufen abschaffen

In den Haushaltberatungen hat die Verwaltung abwehrend argumentiert: Eine Umsetzung sei in diesem Jahr nicht mehr möglich aufgrund der mangelnden personellen Kapazitäten. Deshalb hat die SPD-Fraktion einen Antrag auf den Weg gebracht: Ab August 2022 sollen die unteren beiden Beitragsstufen in Kita, Trogata und Kindertagespflege wegfallen.

Beiträge während Pandemie zurückerstatten

Darüber hinaus fordert die SPD-Fraktion die NRW-Landesregierung unter CDU-Führung auf, ihren Anteil an Kita-Beiträgen für die Monate ab März 2021 zurückzuerstatten, so lange die pandemische Lage festgestellt und kein regulärer Kita-Betrieb möglich ist. Wenn das Land seinen Anteil trägt, wird sich auch die Stadt Troisdorf beteiligen und den Eltern darüber hinaus Beiträge erstatten.

Eintritt frei für Kinder und Jugendliche

Beschlossen wurde zudem, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene (Schüler*innen, Student*innen, Auszubildende) zukünftig keinen Eintritt mehr für Troisdorfs städtische Museen zahlen müssen.

Die SPD-Fraktion möchte, dass Kindern und jungen Erwachsenen durch einen kostenfreien Eintritt in die städtischen Museen ein uneingeschränkter Zugang zu Troisdorfs Kulturangebot ermöglicht wird. Denn Troisdorf soll wieder eine „Familienangelegenheit“ werden – und erlebbare Kultur gehört wesentlich dazu.

Darüber hinaus gibt es künftig einmal monatlich einen „Kultursonntag“, an dem alle Troisdorfer*innen freien Eintritt in die Museen erhalten.

Frühe Hilfen stärken

Mit einer neuen Stelle einer Sozialpädagog*in für Frühe Hilfen sollen Familien in schwierigen Situationen unterstützt werden. Hierzu wurden bis zu 100.000 Euro jährlich in den Haushalt eingebracht.

Ziel der Kooperation ist zugleich, für eine Kostensenkung in der Heimunterbringung zu sorgen. Denn grundsätzlich ist allgemeiner fachlicher Standard in der Kinder- und Jugendhilfe, dass der Ausbau von Frühen Hilfen mittelfristig zu einer Reduzierung beziehungsweise zu einem langsameren Anstieg von kostenintensiven Erziehungshilfen wie Heimunterbringungen beitragen kann.

Im Bereich der freien Träger in der Jugendhilfe erteilt die Stadt ab 2022 jährlich einen Zuschuss in Höhe von 78.000 Euro (40%-Förderung) für ingesamt 3 Schulsozialarbeiter für Troisdorf.

„Pro Familia“ wird mit mehr als 6.000 Euro in 2021 sowie mehr als 11.000 Euro in 2022 gefördert.

Pflegeberatung in Stadtteilzentren

Zentrale Orte in jedem Stadtteil sollen in Form von Stadtteilzentren als Treffpunkt aller Generationen geschaffen werden. Wichtiger Baustein ist eine umfängliche Pflegeberatung für Menschen, die selbst pflegebedürftig sind oder deren Angehörige zu pflegende Personen sind. Denn Pflege ist eines der vordringlichsten Zukunftsthemen für Familien in Troisdorf und es darf schlichtweg nicht sein, dass mangels Angebot Pflegebedürftige und ihre Angehörigen in andere Kommunen ausweichen müssen.

Wie die Kreispflegeplanung aufzeigt, ergibt sich für Troisdorf bis 2030 ein zusätzlicher Bedarf für mehr als 700 stationär pflegebedürftige Menschen. Aufgrund dieses immensen Bedarfs sollen alle im Verfahren befindlichen oder geplanten Bebauungspläne auf ihre Eignung überprüft werden, als zusätzliche Standorte für Alten- und/oder Pflegeheime geeignet zu sein.


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